Juli 23, 2024

Wie Zucker das Gleichgewicht der Darmbakterien stört – und wie uns das schadet

Zucker ist süß und schädlich / Die allseits unbeliebte „westliche Ernährung“ zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an stark verarbeiteten Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an Fett und Zucker aus. Dafür ist sie arm an Obst, Gemüse und Ballaststoffen. So schmeckt es uns, aber gesund ist es wohl nicht. So eine Ernährung geht mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselerkrankungen einher. Die berühmten Zivilisationskrankheiten: Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und allen zugrunde liegt eine chronische, systemische Entzündung. Solche stillen Entzündungen werden durch Endotoxämien gefördert. Eine Endotoxämie bezeichnet das Auftreten von Bruchstücken der Membran bestimmter Bakterien, sogenannter Lipopolysacchariden (LPS) im Blut. Zucker verschiebt das Gleichgewicht der Darmbakterien Wenn wir zu viel Zucker essen, wird der im Dünndarm nicht vollständig resorbiert und gelangt in den Dickdarm. Dort vermehren sich dann Bakterien, die Zucker gut verwerten können und überwuchern die nützlichen Kommensalen. Die Diversität nimmt ab und vor allem Bacteroidetes machen sich rar. Dagegen vermehren sich Proteobakterien. Proteobacteria sind ein Bakterienstamm, der zur normalen Darmflora gehört, aber sie sind nur in geringen Mengen vertreten,. Sie können auch nützlich sein, aber wenn sie überhand nehmen, fördern sie Entzündungen und schwächen die Darmbarriere. Das LPS der Proteobakterien wirkt nämlich sehr stark entzündungsfördernd. LPS ist kein bestimmtes Molekül, sondern ein Sammelbegriff für Bestandteile der äußeren Membran von Gram – negativen Bakterien. Alle Gram – negativen Bakterien haben LPS. Aber das der Gamma – Proteobakterien ist besonders schädlich. In den Zellen des Darmepithels führt LPS zur Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine. Diese entzündlichen Prozesse schwächen auch die Tight Junctions, die zwischen den Darmzellen liegen und sie gegenüber dem Darmlumen abdichten. Das bedeutet freie Fahrt für LPS und Endotoxämie. Bacteroides produziert verschiedene Metabolite ( Polysaccharid A, kurzkettige Fettsäuren oder Sphingolipide, mit deren Hilfe er die Freisetzung dieser entzündungsfördernder Zytokine hemmen und die Entzündung lindern könnte. Aber den haben die Proteobakterien vorher verdrängt. Das Gleichgewicht zwischen Bacteroides und Proteobakterien scheint daher eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des immunologischen Gleichgewichts und Integrität der Darmbarriere zu spielen. Zucker bringt dieses Gleichgewicht aus dem Takt. Viele Proteobakterien führen zur Freisetzung von vielen Zytokinen, Entzündungen nehmen zu. Die Entzündungen im Darm weiten sich später auf den Blutkreislauf aus und führen zu Endotoxämie. Die Leber beginnt, vermehrt Fett einzulagern und macht sich auf den Weg zur Fettleber. Das geschieht oft auch ohne, dass das Körpergewicht insgesamt steigt. Ein hoher Konsum von Zucker kann also weitreichende Konsequenzen für unseren Stoffwechsel haben. Wenn es das nächst Mal also etwas länger dauert, greift lieber nicht zum Schokoriegel, sondern macht ein paar Kniebeugen. ;-) Quelle: Satokari, Reetta. “High Intake of Sugar and the Balance between Pro- and Anti-Inflammatory Gut Bacteria.” Nutrients vol. 12,5 1348. 8 May. 2020, doi:10.3390/nu12051348

Die allseits unbeliebte „westliche Ernährung“ zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an stark verarbeiteten Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an Fett und Zucker aus. Dafür ist sie arm an Obst, Gemüse und Ballaststoffen. So schmeckt es uns, aber gesund ist es wohl nicht.

So eine Ernährung geht mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselerkrankungen einher. Die berühmten Zivilisationskrankheiten: Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und allen zugrunde liegt eine chronische, systemische Entzündung.

Solche stillen Entzündungen werden durch Endotoxämien gefördert. Eine Endotoxämie bezeichnet das Auftreten von Bruchstücken der Membran bestimmter Bakterien, sogenannter Lipopolysacchariden (LPS) im Blut.

Zucker verschiebt das Gleichgewicht der Darmbakterien

Wenn wir zu viel Zucker essen, wird der im Dünndarm nicht vollständig resorbiert und gelangt in den Dickdarm. Dort vermehren sich dann Bakterien, die Zucker gut verwerten können und überwuchern die nützlichen Kommensalen. Die Diversität nimmt ab und vor allem Bacteroidetes machen sich rar.

Dagegen vermehren sich Proteobakterien. Proteobacteria sind ein Bakterienstamm, der zur normalen Darmflora gehört, aber sie sind nur in geringen Mengen vertreten,. Sie können auch nützlich sein, aber wenn sie überhandnehmen, fördern sie Entzündungen und schwächen die Darmbarriere.

Das LPS der Proteobakterien wirkt nämlich sehr stark entzündungsfördernd. LPS ist kein bestimmtes Molekül, sondern ein Sammelbegriff für Bestandteile der äußeren Membran von Gram – negativen Bakterien. Alle Gram – negativen Bakterien haben LPS. Aber das der Gamma – Proteobakterien ist besonders schädlich.

In den Zellen des Darmepithels führt LPS zur Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine. Diese entzündlichen Prozesse schwächen auch die Tight Junctions, die zwischen den Darmzellen liegen und sie gegenüber dem Darmlumen abdichten. Das bedeutet freie Fahrt für LPS und Endotoxämie.

Bacteroides produziert verschiedene Metabolite ( Polysaccharid A, kurzkettige Fettsäuren oder Sphingolipide), mit deren Hilfe er die Freisetzung dieser entzündungsfördernder Zytokine hemmen und die Entzündung lindern könnte. Aber den haben die Proteobakterien vorher verdrängt.

Das Gleichgewicht zwischen Bacteroides und Proteobakterien scheint daher eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des immunologischen Gleichgewichts und Integrität der Darmbarriere zu spielen.

Zucker bringt dieses Gleichgewicht aus dem Takt. Viele Proteobakterien führen zur Freisetzung von vielen Zytokinen, Entzündungen nehmen zu. Die Entzündungen im Darm weiten sich später auf den Blutkreislauf aus und führen zu Endotoxämie. Die Leber beginnt, vermehrt Fett einzulagern und macht sich auf den Weg zur Fettleber. Das geschieht oft auch ohne, dass das Körpergewicht insgesamt steigt.

Ein hoher Konsum von Zucker kann also weitreichende Konsequenzen für unseren Stoffwechsel haben. Wenn es das nächst Mal also etwas länger dauert, greift lieber nicht zum Schokoriegel, sondern macht ein paar Kniebeugen. 😉

Quelle:

Satokari, Reetta. “High Intake of Sugar and the Balance between Pro- and Anti-Inflammatory Gut Bacteria.” Nutrients vol. 12,5 1348. 8 May. 2020, doi:10.3390/nu12051348

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